In den Medien

05. August 2020 – RADIO F.R.E.I. – Mitschnitt online DER Lesung aus Gert Schramms Autobiographie „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“

1928 im Erfurter Nettelbeckufer geboren, wurde Gert Schramm mit 14 Jahren von der Gestapo ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Sein einziges Vergehen: Seine Hautfarbe.

Er überlebte und schwor am 19. April 1945 gemeinsam mit anderen Buchenwalder Antifaschisten: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ Nach 1989 reiste er als Zeitzeuge durch die Republik, mehrfach auch nach Erfurt, um gegen das Vergessen und den um sich greifenden Rechtsextremismus anzukämpfen. Im Jahr 2014, zwei Jahre vor seinem Tod, wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Seine Worte leben weiter. In seiner Biografie „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann“ schildert Gert Schramm seine Erlebnisse und lässt uns teilhaben an den Erfahrungen, welche ihm als Schwarzer Deutscher widerfahren mussten.

Radio F.R.E.I. hat die Lesung organisiert von der Initiative Schwarze Menschen Deutschland, Decolonize Erfurt und CVJM Erfurt mitgeschnitten.


Veranstaltungsmitschnitt Online der Buchvorstellung „Briefe aus Stein“ vom 23.9.2019 in der Begegnungsstätte Kleine Synagoge

Das alte Postkartenfoto kannte Steven Robins schon, als er in den 1960er- und 1970er-Jahren im südafrikanischen Port Elizabeth aufwuchs. Es zeigt drei ihm unbekannte Frauen. Erst später erfuhr er, dass das Bild die Mutter und die Schwestern seines Vaters im Jahr 1937 in Berlin zeigt, bevor sie in Auschwitz getötet wurden. Seit der Namensänderung von Robinski in Robins erzählte Steven Robins’ Vater nichts mehr über seine Vergangenheit in Europa, nichts über seine Flucht aus Nazi-Deutschland, nichts über das Schicksal seiner Familie – bis Steven, inzwischen ein junger Anthropologe, ihn im Jahr vor seinem Tod befragte. Doch die Informationen, die sein Vater mitteilte, waren dürftig. Schließlich fand Steven Robins Unterlagen über seine Familie in Archiven und entdeckte über hundert Briefe, die die Familie von 1936 bis 1943 aus Berlin an seinen Vater und Onkel geschickt hatte. Dabei las Steven Robins auch Worte der Frauen auf dem Foto.

„Briefe aus Stein“ ist die ergreifende Rekonstruktion einer Familiengeschichte. Die Hilferufe seiner im Nazi-Staat gefangenen Angehörigen erreichten Steven Robins’ Vater in Südafrika, der jedoch nicht helfen konnte und schließlich den Rückzug ins Schweigen wählte.

In seinem Buch untersucht Steven Robins auch die Komplizenschaft seines Fachgebietes, der Anthropologie, die ebenso wie die Eugenik und die Ethnologie die vermeintlich wissenschaftlichen Grundlagen für den nationalsozialistischen Rassismus legte.

Buchvorstellung & Diskussion mit Professor Steven Robins (Stellenbosch University, Südafrika) in Kooperation mit der Initiative „Decolonize Erfurt“, der Professur für Wissenschaftsgeschichte der Universität Erfurt und dem Metropol-Verlag. Veranstaltungsmitschnitt durch Radio F.R.E.I.


20. Juni 2020 – RADIO F.R.E.I. – Eindrücke der Infoveranstaltung an der Karlsbrücke

Am 20. Juni 2020 haben die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und Decolonize Erfurt die Anwohner*innen und die Stadtgesellschaft zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, um miteinander über die Umbenennung des Nettelbeckufers in Gert-Schramm-Ufer zu reden. Das Jugendforum Erfurt hat dort einige Stimmen und Meinungen eingefangen. Im Folgenden ein Statement der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) zur Umbenennungskampange.

Weitere Stimmen und Meinungen können in der Mediathek von Radio F.R.E.I. angehört werden.


4. Juni 2020 – RADIO F.R.E.I. – „Erhaltsfragen sind keine Rechtfertigung für Diebstahl“ Telefoninterview über die Erfurter Südseesammlung

Reisen ins Paradies, Katalog zur Ausstellung,
Foto: © Charlotte Hoes, 2019

Urs Lindner von Decolonize Erfurt sprach mit Ulrich von der Radio F.R.E.I. Jazzredation über die Erfurter Südseesammlung. In welchen Zusammenhang wird sie von Decolonize Erfurt gestellt und welche Vorstellungen gibt es zum zukünftigen Umgang mit ihr.


Erfurt dekolonisieren – Ein Gesprächs in der Zeitschrift für Medienwissenschaft

Erfurt dekolonisieren – was das bedeuten kann und welche Schwierigkeiten damit verbunden sind, darüber haben sich Aktivist*innen der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und von Decolonize Erfurt mit Redakteur*innen der Zeitschrift für Medienwissenschaft unterhalten. Das Gespräch ist entstanden, bevor die Kampagne zur Umbenennung des Erfurter Nettelbeckufers in Gert-Schramm-Ufer lanciert wurde und liefert daher auch wichtige Kontextinformationen zur Kampagne.

https://www.zfmedienwissenschaft.de/…/text/erfurt-dekolonis…


Medienberichte zur UmbenennungsKampagne des Nettelbeckufers in Gert-Schramm-Ufer

mdr Thüringen: Initiativen fordern neuen Namen für Nettelbeckufer in Erfurt

taz: Straßenumbenennung in Erfurt: Wege der kolonialen Aufarbeitung

Thüringer Allgemeine: Gert Schramm als Namensgeber


25. März 2019 – RADIO F.R.E.I. – Telefoninterview zu unserem Umbenennungsvorhaben

Die Kolonialzeit hat Spuren hinterlassen, teilweise bis heute. Straßennamen sind da nur ein Beispiel. In Erfurt gibt es derzeit eine Kampagne, die erreichen will, dass das Nettelbeckufer umbenannt wird in „Gert-Schramm-Ufer“. Und dafür legen sie eine ganze Reihe an guten Gründen vor. Radio F.R.E.I. sprach darüber mit Mirjam von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD)


21. September 2019 – Thüringer Allgemeine – „Da wir Deutsche sind…“

Heute vor genau 100 Jahren: Mdachi bin Sharifu spricht im Erfurter Kaisersaal über „Unsere koloniale Vergangenheit“


9. September 2019 – Vortragsmitschnitt online in der Radio F.R.E.I. Mediathek | Kolonialer Rassismus: Die Produktion und Aneignung der „Anderen“ in den Städten Europas vom 10. Juli 2019

Dr. Noa K. Ha von der TU Dresden vom Zentrum für Integrationsstudien hielt am 10. Juli einen Vortrag zum Thema: Kolonialer Rassismus: Die Produktion und Aneignung der ’Anderen’ in den Städten Europas

In ihrem Vortrag geht Noa Ha der Frage nach, wie Menschen in europäischen Städten als ’Andere’ markiert und rassifiziert werden – und wie dieser Prozess mit der kulturellen Aneignung und historischen Enteignung dieser ’Anderen’ einhergeht. Die Folgenden Fragen werden diskutiert: Welche Rolle spielen z.B. ethnologische Sammlungen in den postkolonialen Städten Europas? Wer wurde enteignet, und wer profitierte davon? Wie wurde das Wissen in Europa hierdurch geprägt und was meint Europa über die ’Anderen’ zu wissen? Wie ist dieses Wissen bis heute wirksam?

Entlang dieser Fragen wird auf verschiedene (neo-)koloniale Formen der An- und Enteignung der ’Anderen’ in europäischen Städten (wie ethnologische Sammlungen, ’Völkerschauen’, Weltausstellungen) eingegangen, sowohl in ihrer Wirkmächtigkeit als koloniales Vermächtnis bis in die Gegenwart als auch in unserem Alltagswissen.

Eine Veranstaltung von Decolonize Erfurt in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Thüringen und gefördert durch den LAP Erfurt / Partnerschaft für Demokratie im Rahmen des Bundesprogramms ’Demokratie leben!’, des Thüringer Landesprogramms ’Denk bunt’ für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit sowie die Stadt Erfurt.

Der Mitschnitt der Veranstaltung ist online in der Mediathek von Radio F.R.E.I.


10. Juli 2019 – Thüringer Allgemeine – Kulturelle Enteignung der „Anderen“

Foto: Marco Schmidt

Fortsetzung der Debatte um koloniale Vergangenheit Erfurts mit einem Vortrag im Haus Dacheröden


9. Juli 2019 – Mitschnitt online in der Radio F.R.E.I. Mediathek | Lesung und Gespräch mit Claus Kristen und Silvia Saß vom 17. April 2019

November 1918: Das deutsche Heer hat kapituliert, die bislang herrschenden Monarchisten sind verschwunden. Die Republik wird ausgerufen, die Forderung nach Entmilitarisierung und Sozialisierung ist unüberhörbar, eine grundsätzliche Umgestaltung der Gesellschaft in greifbarer Nähe. Zwei Monate später treten in den Berliner Januarkämpfen militärische Freiwilligenverbände zum ersten Mal öffentlich in Erscheinung, darunter das «Freiwillige Landesjägerkorps» des Generalmajors Georg Maercker.
Dieser zieht anschließend im Auftrag der Reichsregierung durch Mitteldeutschland, um revolutionäre Unruheherde zu bekämpfen.

Claus Kristen stellt im Gespräch mit Silvia Saß sein 2018 erschienenes Buch „Ein Leben in Manneszucht: Von Kolonien und Novemberrevolution. Der ‚Städtebezwinger’ Georg Maercker“ vor. Der Mitschnitt der Veranstaltung ist online in der Mediathek von Radio F.R.E.I.


27. Juni 2019 – WortMelder der Universität Erfurt:
„Es tut sich etwas bezüglich der Aufarbeitung des Kolonialismus in Erfurt“


4. Juni 2019 Radio F.R.E.I. Themenschwerpunkt: Aufarbeitung und Umgang mit der (deutschen) Kolonialzeit

Die Tagestief Redaktion von Radio F.R.E.I. widmete am 4. Juni einen Themenschwerpunkt der Aufarbeitung und dem Umgang mit der (deutschen) Kolonialzeit. Hier der Link zur Mediathek sowie die einzelnen Beiträge der Sendung.

Postkolonialer Blick auf den Völkermord an Herero und Nama

In der offiziellen Erinnerungskultur der Bundesrepublik widmet diese sich bisher nicht oder nur sehr marginal ihrer Verantwortung für die deutsche Kolonialzeit. Im Folgenden wird dies exemplarisch am Beispiel der Herero und Nama aufgezeigt.

Redaktionsgespräch – Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten

Ende 2017 hat der französische Präsident Emanuel Macron mit einer Rede in Burkina Faso die Debatte um den Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten wieder belebt. Wie sich die Debatte im europäischen Kontext, insbesondere in Frankreich und Deutschland seitdem entwickelt hat, zeigt das folgende Redaktionsgespräch.

Decolonize Erfurt

Kolonialismus wird von den meisten Menschen erstmal mit Belgien, Frankreich, England oder Spanien in Verbindung gebracht. Die wenigsten Menschen denken direkt an Deutschland. Dabei hat Deutschland auch eine koloniale Vergangenheit. Der folgende Beitrag beleuchtet diese Vergangenheit und stellt außerdem die Frage nach kolonialen Spuren und Kontinuitäten in Erfurt. Im Beitrag zu Wort kommt auch Urs Lindner von der Initiative Decolonize Erfurt.

Redaktionsgespräch – Umbenennung von Straßennamen

Es gibt über eine Millionen benannte Straßen in Deutschland. Wenn heutzutage eine Straße um- oder neu benannt werden soll, folgen dem meist lange Diskussionen und hitzige Debatten. Denn: Straßennamen stellen ein gewisses Selbstverständnis einer Gesellschaft dar. Das folgende Redaktionsgespräch behandelt die entsprechenden Debatten in Jena und Erfurt.


29. April 2019 – WortMelder der Universität Erfurt:
Stadtführung erstmalig auch auf Englisch


4. April 2019 – Thüringer Allgemeine –
Seminargruppe organisiert Stadtrundgänge


30. März 2019 – Pro und Contra in der Erfurter Allgemeine zur Frage: „Hat Erfurt ein ernsthaftes Problem mit dem Thema Kolonialismus?“


25. März 2019 – WortMelder der Universität Erfurt: Neue Veranstaltungen „Auf den Spuren des Kolonialismus in Erfurt“


20. März 2019 – Interview bei Radio F.R.E.I. zu Stadtrundgang und Ausstellung „Kolonialismus in Erfurt 1503 bis heute“

Am 20. März waren Cécile und Urs bei Radio F.R.E.I. in der LAP Sendung und sprachen über den Stadtrundgang und die Ausstellung „Kolonialismus in Erfurt, 1503 bis heute“ sowie die Spuren des Kolonialismus in Erfurt.


15. März 2019 – Thüringer Allgemeine – Burenhaus und koloniale Amnesie


13. März 2019 – MDR aktuell Bericht zu Stadtrundgang und Ausstellung „Kolonialismus in Erfurt 1503 bis heute“

Am 13.3.2019 fand der erste dekoloniale Stadtrundgang in Erfurt statt – mit über 100 Teilnehmenden. MDR aktuell berichtete in der Sendung um 21:45 Uhr über den Stadtrundgang und die Ausstellung im Haus Dacheröden.


7. März 2019 – Interview zu Stadtrundgang und Ausstellung im Stadtgespräch bei Radio F.R.E.I.


28. Februar 2019 – WortMelder der Universität Erfurt: Auf den Spuren des Kolonialismus in Erfurt